Projekt Sehnsuchtsort: Sylt

Für das Projekt Sehnsuchtsort habe ich heute einen Beitrag von Ina, dem Gesicht hinter Genussbummler, deren ganz persönlicher Sehnsuchtsort ein für sie wirklich unerwarteter ist. 

Sylt - mein völlig unerwarteter Sehnsuchtsort


Bei Orten ist das ja manchmal so wie bei Menschen. Aus der Distanz betrachtet erscheinen sie einem komisch, eitel oder uninteressant. Beschäftigt man sich allerdings näher mit ihnen, geht weiter in die Tiefe und erkennt die wahre Seele, dann stellt man plötzlich fest, dass man einen Seelenverwandten bzw. einen Sehnsuchtsort gefunden hat. So erging es mir mit Sylt.

Oberflächlich betrachtet erschien mir Sylt immer unpassend für mich. Diese Schickimickiinsel und ich - nein, dass konnte durfte nicht passen. Tja, und dann wurde ich überredet, doch einmal nach Sylt zu fahren. Etwas wiederwillig habe ich einem verlängerten Wochenende zugestimmt.



Und was soll ich dir sagen, es hat keine 24 Stunden gebraucht und es war um mich geschehen. Die Insel und ich passen einfach zusammen. Und es war so ganz anders als erwartet. Klar, Schickimicki gibt es hier, dieses Vorurteil stimmt. Aber man kann dem Ganzen erstaunlich gut aus dem Weg gehen. Oder es mischt sich an vielen Orten so unauffällig, dass es nicht unangenehm ist und man sich fehl am Platz fühlt.

Und dann ist da diese unglaubliche Mischung von Natur und Kulinarik. Hier finde ich das raue Nordseeklima, bei schönem Wetter gibt es aber auch Karibikfeeling. Hier kann ich stundenlang an dem unendlich langen Strand entlang spazieren und hin und wieder in einer der vielen Strandbars einkehren, eine Kleinigkeit essen und trinken. Mich in einen Strandkorb setzen und aufs Meer starren. Abends kann ich dann in einem der vielen tollen Restaurants lecker essen gehen - oder auch nur ein Fischbrötchen für auf die Hand kaufen.


Wenn ich will kann ich ans nördliche Ende zum Ellenbogen fahren, an den Dünen entlang laufen und die vielen Deichschafe zählen, die Kegelrobbe Willi im Hafen von Hörnum besuchen oder am Morsumer Kliff nach den Schwalben schauen. Am Rantumer Becken kann ich einen langen Spaziergang entlang der Beckenumrandung machen und die vielen verschiedenen Vögel beobachten. In Keitum kann ich mir die alte Kirche und die alten Seemannsgräber ansehen. Aber ich kann auch in Westerland die Strandstrasse entlang gehen und shoppen. 


Auf Sylt kann ich die Seele baumeln lassen, mich erholen. Hier muß ich mir nichts ansehen (was ja sonst mein erklärtes Ziel ist, wenn ich unterwegs bin), weil ich mittlerweile alles schon gesehen habe. Hier kann ich lange frühstücken und endlich auch mal Zeitung lesen (ja, so richtig old fashioned). Auf Sylt gibt es für mich kein Muss, nur ein Kann. Jeden Tag kann ich neu entscheiden, wie dieser ablaufen soll. Was und wieviel ich machen möchte, kann das tun, wonach mir an diesem Tag ist und Pläne auch mal umwerfen. 

Wahrscheinlich muss man nicht nach Sylt fahren, um endlich mal wieder Mensch zu werden. Es gibt viele Orte auf dieser Welt, an denen man die Seele baumeln lassen kann. Aber für mich ist dieser Ort Sylt, und er wird es wohl auch noch die nächsten Jahre bleiben. Und nach einer Woche auf der Insel bin ich dann auch wieder bereit, die Welt zu entdecken, Urlaube zu planen und viele neue Dinge zu erleben.

Warst du schon mal auf Sylt? Gefällt dir die Insel genau so gut wie Ina?

Kommentare

  1. Das raue Nordseeklima - ja, die salzhaltige Luft auf Sylt tut unheimlich gut! Es riecht nach Salz und den wilden Rosenbüschen, die überall am Wegesrand stehen. Das ist für mich der Geruch der Insel, der sich tief eingeprägt hat. Ich war mit 11 Jahren das erste Mal auf der Insel. Auf Sylt habe ich zum ersten Mal das Meer gesehen und das bei einem tiefroten Sonnenuntergang. Wunderbar! Anfang der 70er Jahre war es noch nicht so eine Schickimicki-Insel. Vor einigen Jahren bin ich dann mit meinem Mann wieder auf die Insel gefahren, um mir Erinnerungen wach zu rufen.

    Was liebe ich an Sylt:
    den Blick vom Hindenburgdamm.
    diese endlos langen Strände.
    die Strandkörbe.
    die Rosenhecken.
    Wandern oder Radfahren
    Rantum mit dem Naturschutzgebiet
    und natürlich die leckeren Fischbrötchen!

    Vielleicht schaffe ich es im nächsten Jahr noch einmal nach Sylt

    Lieben Gruß
    Renate

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    1. Liebe Renate, eine schöne Zusammenfassung der Dinge, die du an Sylt liebst- danke dir dafür.
      Wow- das klingt wirklich nostalgisch- das Meer zum ersten Mal auf Sylt gesehen zu haben und dazu ein so toller Sonnenuntergang. Das sind sicher schöne Erinnerungen.
      Im nächsten Jahr schaffst du es bestimmt wieder auf die Insel. (=

      Liebe Grüße und danke dir fürs Teilen dieser Erinnerungen

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  2. Noch ein Grund mehr, dass ich (einmal) nach Sylt fahren muss. Schon lange bin ich von den verschiedenen Berichten fasziniert. Irgendwann werde ich selber dort am Strand entlang spazieren und einfach in den Tag hineinleben.
    Vielen Dank für diesen schönen Beitrag.
    Liebe Grüsse Alizeti

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    1. Danke dir auch für die netten Worte. Sylt klingt wirklich toll und je mehr Beiträge ich darüber lese, umso mehr denke ich mir, dass ich selbst auch einmal gerne dorthin fahren würde.

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  3. So schöne Fotos! Leider war ich noch nie auf Sylt und auch schon ganz lange nicht mehr an der Nordsee - das möchte ich aber unbedingt bald nachholen!

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    1. Das klappt sicher bald und du bist wieder an der Nordsee.
      Gerade, wenn man dann noch die Bilder sieht und man sowieso länger nicht im Urlaub war, bekommt man noch mehr das Gefühl, endlich wieder die Segel setzen zu können und ans Meer zu fahren. Zumindest geht es mir immer so.

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Hier ist Platz für deine Sonnenstrahlen.

Ich freue mich über jeden einzelnen Sonnenstrahl von dir, der den Weg zu mir findet.