Bremen im Frühling - Das Schnoorviertel


Anfang April war ich für einige Tage in der Hansestadt Bremen. Bisher habe ich es, was den Norden betrifft, nur nach Hamburg und an die Nordsee geschafft. Da kam der Wochenendtrip nach Bremen also genau richtig, um ein weiteres Fleckchen im Norden zu erkunden. Auf dem Blog möchte ich dich deshalb den ganzen April über mit auf eine Reise durch diese schöne, gemütliche Stadt im Norden Deutschlands mitnehmen. So werde ich in den nächsten Tagen noch einige weitere Artikel zum Thema Bremen im Frühling online stellen. Sei gespannt und schaue dann gerne wieder hier vorbei. 
Bei Bremen denkst du wahrscheinlich zuerst an die berühmten Bremer Stadtmusikanten. Das kann ich dir nicht verübeln, aber Bremen hat noch so viel mehr zu bieten als Esel, Hund, Katze und Hahn. So macht heute das älteste Viertel Bremens den Anfang der kleinen Blogreihe. Aber keine Angst, die obligatorischen Stadtmusikanten kommen natürlich trotzdem nicht zu kurz.


Ein Besuch in der Weserstadt Bremen ist vor allem im Frühling besonders toll, wenn langsam die Kirschblüten- und Magnolienbäume anfangen zu blühen. Bremen riecht nach Seeluft und Bremens ältester Stadtteil riecht nach verfaultem Fisch. Zumindest hat es im 16. und 17 Jahrhundert danach gerochen, denn damals galt der Schnoor als Viertel der Fischer und Seeleute. Noch heute, während ich einer Gruppe, die gerade eine kleine Führung durch das Viertel bekommt, lausche, habe ich das Gefühl, eben diesen Geruch noch immer riechen zu können. Ich stelle mir vor, wie es früher hier in den engen Gässchen mit seinen schmalen Bügelbrett- Fachwerkhäusern ausgesehen haben muss. Damals floss hier noch die Balge, ein Nebenarm der Weser, und durch den regen Hafenbetrieb und den damit verbundenen Wirtschaftsaufschwung zogen immer mehr wohlhabende Menschen in das Viertel, das seinen Namen den Taumachern zu verdanken hat. Eine andere geschichte besagt der Name käme daher, dass die Häuser hier ausschauen,als wären sie wie kleine, bunte Perlen an einer Schnur aneinander gereiht.


Nun, einige Jahrhunderte später, ist von dem, wie ich mir das alte Schnoorviertel vorstelle, nicht mehr viel zu sehen. Ein Haus ist schöner als das andere, die meisten von ihnen stehen unter Denkmalschutz und ich bin fasziniert von den schmalen Wegen, die sich durch das ganze Viertel ziehen und davon, was sich hinter der nächsten Ecke verbirgt.

Auf der kleinen Piazza, die eigentlich gar keine ist, reihen sich Cafes und Kunstläden aneinander. Meinen Blick zieht es nach oben und ich stelle mir vor, wie schön dieser winzige Platz mit dem Baum in seiner Mitte wohl aussehen mag, wenn dieser in sattem grün erstrahlt. Leider blüht er noch nicht, aber ich bin trotzdem fasziniert und kann den Blick nicht abwenden. Schaut man nach oben,blickt man auch auf Straßenschilder mit den ausgefallensten Namen. So finden sich hier zum Beispiel die Straßen "Wüstenstätte", "Hinter der Holzpforte" oder "Hinter der Balge". Namen, die einem prompt ein Bild des Schnoors aus dem 16. Jahrhundert vor den Augen erscheinen lassen. Wie schön es wäre, in der Wüstenstätte zu wohnen oder sagen zu können, dass man hinter der Holzpforte wohnt.


Läuft man durch die verwinkelten Gässchen, geht der Blick automatisch nach oben, denn dort gibt es viel zu sehen. Hier die grüne Tür des kleinsten Hotels der Welt, dem Hochzeitshaus. Dort ein süßes Café, in dem man leckere Pralinen kaufen kann und in wieder einer anderen Ecke eine Tür, von der man den Blick nicht abwenden kann. Ich könnte stundenlang durch das Viertel spazieren, hier und da einen Kaffee trinken und die Leute, die die Schnoorstraße entlang spazieren, beobachten. Mit der Sonne im Rücken ist das der perfekte Frühlingsnachmittag.


Warst du bereits in Bremen und bist durch das Schnoorviertel flaniert oder wohnst sogar in Bremen? Dann lasse mich in den Kommentaren deine eigene Schnoor Geschichte wissen. 

Kommentare

  1. Bei dem Titel musste ich deinen Beitrag direkt anklicken!
    Ich habe einige Jahre in Bremen gelebt, bis meine Familie umgezogen ist und ich im Münsterland landete - da sich nun aber vielleicht bald die Chance durch einen Studiumswechsel gibt, wieder in Bremen zu leben, schlug mein Herz direkt höher, als ich deinen Beitrag gelesen habe.
    Etwas melancholisch wurde mir schon zu Mute, aber es hat mich gefreut, die Bilder zu sehen! :)

    Liebe Grüße
    Moony

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    1. Freut mich, dass dir der Beitrag gefällt. Bremen ist wirklich eine tolle Stadt und ich werde sicher wieder kommen. Ich drücke dir die Daumen, dass das mit dem Studienwechsel klappt.

      Liebe Grüße

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  2. ich war selber glaube ich noch nie in Bremen, höchstens in meiner Kindheit aber ich erinnere mich nur vage an eine statue der bremer stadtmusikanten.
    das viertel scheint eine wirklich tolle ecke zu sein, vllt sollte ich mal wieder einen roadtrip wagen :D

    liebe grüße Hydrogenperoxid - Lifestyle Blog

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    1. Das Schnoor ist ein wirklich schnuckeliges Viertel, besonders mit seinen verwinkelten Gässchen hat es sein ganz eigenes Flair.

      Ein Trip nach Bremen lohnt sich auf jeden Fall. Kann ich nur empfehlen (=

      Liebe Grüße

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  3. Im Schnoor war ich mit ungefähr 14 Jahren und damals auch schon total begeistert über dieses schnuckelige Viertel. Seither war ich nie wieder in Bremen, aber eigentlich müsste ich das doch mal meiner Tochter zeigen. Es gäbe viel zu entdecken, wenn die Zeit und die nötigen Mittel immer vorrätig wären...
    Warst du auch in Worpswede?
    Liebe Grüße
    Salvia von Liebstöckelschuh

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    1. Vor 14 Jahren schon? Wäre interessant zu wissen, ob sich seither etwas verändert hat. Ein Wochenendtrip nach Bremen lohnt sich allemal und für deine Tochter gäbe es dort sicher auch viel zu entdecken.
      Nach Worpswede haben wir es leider nicht mehr geschafft. Das heben wir uns für das nächste Mal auf.

      Liebe Grüße

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  4. Ich habe von Bremen bisher nur die Gegend um den Bahnhof, das Waterfront Center und eine Konzerthalle gesehen :D Aber scheinbar hat Bremen ja wirklich auch schöne Ecken zu bieten <3 Da werde ich vielleicht nächstes Mal auch mal nach schauen :)
    Liebe Grüße,
    Missi von Himmelsblau

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    1. Bremen hat wirklich tolle Ecken. Die Stadt außerhalb von Waterfront und Konzerthalle zu erkunden lohnt sich definitiv.

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  5. Ach ja... das Schnorrviertel ist schon ein Träumchen.
    Allerdings ist das überfüllt Stop an Go teilweise echt nervig! Am genialsten ist allerdings der englisch angehauchten Christmas-Shop knapp außerhalb :D Christmas all the time :D

    Lieben Gruß ♥

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    1. Wir hatten Glück, da das Schnoorviertel überhaupt nicht überfüllt war, als wir dort waren.Ich könnte mir aber vorstellen, dass es wirklich keinen Spaß macht, wenn es so überfüllt ist und man kaum vorwärts kommt.
      Stimmt, der Christmas Shop toppt echt alles (=

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  6. Ein toller Beitrag! Vor allem, da ich aus Bremen komme.
    Bremen ist viel schöner, als man eigentlich denkt, man muss nur einen Blick für das Schöne haben und mal über den Tellerrand hinaus blicken und nicht nur die Waterfront und den Weserpark sehen.
    Das Schnorrviertel und die Schlachte, sowie die Innenstadt sind immer einen Besucht wert.
    Und jedem Fußballfan, kann ich auch nur den Besuch des Weserstadions ans Herz legen, denn es ist meiner Meinung nach das schönste Stadion Deutschlands! :)

    Liebe Grüße,
    Vanessa von http://www.herzensglueck.com/

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    1. Nessie, du kommst sogar aus Bremen? Super.
      Lustig, dass du die Waterfront und den Weserpark erwähnst. Das ist genau das, was wir nicht sehen wollten. Wir fanden das Schnoorviertel, die Schlachte und das Viertel interessanter und spannender. Die Tage gehen auch noch Beiträge dazu online. Schau also gerne mal wieder hier vorbei.

      Liebe Grüße

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  7. Das Schnoor-Viertel besuche ich so circa alle zwei Jahre mal mit meiner Oma :). Ich finde diese kleinen Gassen und die tollen Hauskulissen super süß. Aber weißt du was das Beste ist? Es gibt dort einen kleinen Laden, der verkauft selbstgemachte Bonbons. Die sind nicht besonders teuer und einfach super super lecker :) Jedes Mal, wenn ich dort bin muss ich da erstmal hin und Bonbons kaufen.

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    1. Danke dir für den Tipp mit diesem kleinen Bonbon- Laden. Nächstes Mal muss ich mal Ausschau danach halten. Wir haben nur die Bonbonmanufaktur in der Böttchergasse gesehen- von der ich aber nicht so begeistert war.

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  8. So ein schöner Beitrag über eine Stadt, die ich tatsächlich schon ein paar Mal als Kind besichtigt habe. Und ja, die Stadtmusikaten waren damals ein Höhepunkt. Falls ich mich erinnere war ich damals 9 Jahre alt.
    Ich denke, wir machen demnächst eine Tour nach Norden und ich werde mir das Viertel genauer anschauen! :-)

    Einen sehr schönen Post hast du geschrieben.

    Liebe Grüße,
    Alex.

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    1. Alex, wenn du sowieso eine Tour in den Norden machst schau auf jeden Fall im Schnoor vorbei. Es gibt an jeder Ecke was zu sehen.

      Schön, dass dir der Post gefällt.
      Liebe Grüße zurück zu dir

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