Anders sein

Hallo ihr lieben Leser von Sonnenstrahlenmomente, mein Name ist Anna, ich bin Fashion- und Lifestylebloggerin auf Annanikabu - voller Lebensfreude und ich freue mich unheimlich, heute hier zu Gast sein zu dürfen.

Normalerweise zeige ich meine Outfits, berichte von meinen Reisen oder zeige ein leckeres Rezept auf meinem Blog, aber so manches Mal sprudeln die Gedanken aus mir raus und müssen einfach aufs Papier gebracht, bzw. in die Tasten gehauen werden. Meine Gedankenposts bestehen nicht aus meinen eigenen Gefühlen, sondern nur aus Geschichten, die mir durch den Kopf gehen und ein wenig zum Nachdenken anregen sollen.

In diesem Post geht es um das Thema „Anders sein“ und „nicht akzeptiert werden“.
Dieses Thema ist meiner Meinung gerade in der heutigen Gesellschaft so wichtig zu bedenken und man sollte sich öfter klar machen, dass jeder besonders ist, so wie er ist, auch wenn er nach Aussen hin vielleicht „anders“ ist. Leider akzeptiert das nicht jeder.
Und wenn es dann noch um die eigenen Eltern geht, kann das zum Beispiel so aussehen.

geschichten-aus-einer-anderen-welt-anders-sein


Sie sitzt einfach nur da und genießt die Ruhe.
Die Ruhe vor dem Sturm.
Denn gleich geht es wieder los.
Die Fragen, die Blicke und dieses unbehagliche Gefühl.
Sie versucht es zu verdrängen und nur die Ruhe zu genießen.

Wieso bist du eigentlich so?
Was haben wir falsch gemacht?
Wie konnte das nur passieren?

Sie heißt Amelie und ist 17 Jahre alt.
Amelie hat Dreadlocks und ein Septum in der Nase.
Vor einem Jahr ist sie ausgezogen und lebt ihr Leben so, wie sie es für richtig hält.
Amelie hat einen Schulabschluss und möchte erstmal leben und reisen, bevor sie sich vom Arbeitsleben fangen lässt.

Sie liebt ihre Eltern.
Aber diese Sprüche.
Was soll das? nicht so sein, wie ich sein möchte?
Muss ich mich einer Norm anpassen?
Amelie ist höflich und zuvorkommend.
Sie ist fleißig und wissbegierig.
Sie hat sich aber dafür entschieden, anders auszusehen.
Aber anders ist doch nicht schlimm.

Sie versteht die Welt nicht mehr.
Jedes Mal, wenn sie ihre Eltern besucht, kommen solche Sprüche.
Sie fühlt sich nicht wohl und doch ist sie sehr zufrieden mit sich und ihrem Leben.

Früher hattest du schönes langes, blondes Haar.
Jetzt sind deine Haare so kaputt und schwarz.
Du könntest so viel aus dir machen, du bist doch so hübsch!u mich nicht hübsch, Mama?

Amelie hat Tränen in den Augen, doch das sieht ihre Muter nicht.
Ihre Mutter sieht nur dieses „rebellierende Kind“.
Dieses Kind, das nicht so geraten ist, wie sie es sich erhofft hatte.
Und das Kind, das sie am Liebsten nicht ihre Tochter nennen möchte.

Die Lisa von nebenan ist so ein süßes Mädchen.
Sie war doch in deiner Klasse und sie hat echt was aus sich gemacht.
Sie arbeitet jetzt in einem Steuerbüro, wusstest du das?


Lisa ist mir so ziemlich scheißegal, denkt Amelie.


So etwas zu sagen traut sie sich aber nicht.
„Aha“ kommt nur aus ihr heraus und ihre Gedanken tragen sie weg.
Weg aus diesem Raum, weg aus diesem Haus und weg aus dieser Welt.

Sie möchte doch einfach nur glücklich sein.
Warum können ihre Eltern das nicht akzeptieren?
Nach dem Essen packt sie ihre Sachen und geht wieder.
Sie hat es überstanden. Irgendwie.
Aber bald muss sie wieder da rein, in diesen unbehaglichen Raum.


Danke Anna für diesen tollen, zum Nachdenken anregenden Gastartikel, der wirklich gut in die *Geschichten aus einer anderen Welt-Reihe* passt. 
Wie gefällt dir die Geschichte? Kommt dir das vielleicht auch selbst bekannt vor? Erzähle uns deine Gedanken dazu gerne in den Kommentaren. Wir würden uns freuen. 

Kommentare

  1. Ich finde die Geschichte toll, ein Lob an dieser Stelle an Anna. Ich glaube jeder junge Mensch kennt dieses Gefühl, mir ging es früher auch so, ich war zwar nie ein "Rebell" aber ich hatte immer das Gefühl nicht wirklich in das Umfeld zu passen in dem ich aufgewachsen bin.
    Der letzte Teil "Lisa ist mir so ziemlich scheißegal, denkt Amelie." trifft es gut, ich denke man sollte sich auf sowas nicht einlassen, man sollte seinen Weg gehen und nicht den Weg den andere von einem erwarten.

    LG Jenny

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank für das Lob, liebe Jenny. Das war das erste Mal, dass ich eine Kurzgeschichte veröffentlicht habe und freue mich, dass es so gut ankommt. :-)

      Liebe Grüße
      Anna

      Löschen
  2. Eine schöne Geschichte! Irgendwann fügt es sich meist wieder zusammen. Die Eltern haben eine bestimmte Vorstellung, die nicht erfüllt werden möchte oder kann. Schließlich sehen sie aber, was ihre Tochter trotzdem erreicht hat und sind wieder stolz auf sie. Die Tochter erkennt irgendwann, dass die Eltern es nicht so böse meinten, wie es rüber kam und eigentlich nur ihr Bestes wollten ;-)

    Liebe Grüße
    Sarah

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke liebe Sarah, ich freue mich, dass ich dich mit der Geschichte inspirieren konnte! :-)
      Ich denke auch, dass es ein Wandel ist und die Eltern sich irgendwann damit "abfinden" oder sogar verstehen, warum die Tochter so ist, wie sie ist und dass sie genauso, wie sie ist, ganz toll ist! ;-)

      Liebe Grüße
      Anna

      Löschen
  3. Mir gefällt die Geschichte sehr gut! Ich kenne dieses Gefühl des Anderssein, auch wenn die Jugend bei mir lange vorbei ist.Jeder muss seinen/ihren eigenen Weg im Leben finden.Das kann etwas Zeit in Anspruch nehmen. Wichtig ist nur, dass man selbst mit seinem gewählten Leben glücklich ist.

    Als ich jung war, war die Hippiezeit gerade so vorbei. Was habe ich die Hippies beneidet für ihren Tripp nach Indien, das freie Leben und das Reisen. Als ich dann im Arbeitsleben war, hatte ich zu Beginn nur 18 Urlaubstage im Jahr.Viel zu wenig, um wirklich etwas zu machen! Ich kann es daher nachvollziehen, wenn man in dieser Zeit eine lange Reise unternimmt, um die Welt zu erkunden und zu sich selbst zu finden.

    Lieben Gruß
    Renate

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Renate,

      vielen Dank für deine lieben Worte - ich freue mich, dass dir meine Geschichte gefällt. Es wird in Zukunft auch öfter solche Geschichten auf meinem Blog zu lesen geben.
      Danke auch für deine Geschichte - ich sehe es ganz genauso wie du - Das Wichtigste ist einfach, dass man selbst mit sich und seinem Leben zufrieden ist!

      Liebe Grüße
      Anna

      Löschen
  4. Ein schönes Thema, was mich im Allgemeinen immer wieder beschäftigt.
    Akzeptanz und Toleranz.
    Hier geht es um eine Eltern/Kind Beziehung, aber den Text kann man gut und gerne auch auf andere Bereiche ausweiten.

    Sich entwickeln, sich auszuprobieren, aber dabei auch zu Fehler machen, gehört zum Prozess des erwachsenwerdens dazu. ;-)

    AntwortenLöschen

Hier ist Platz für deine Sonnenstrahlen.

Ich freue mich über jeden einzelnen Sonnenstrahl von dir, der den Weg zu mir findet.